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Copiapo
Heut (Samstag 10.02.) wieder einige Kilometer durch die Atacama. Der Abstecher zur verlassenen Silbermine war interessant, auch wenn man außer den Resten einiger Fundamente und einem verlassenen Gehöft aus Bretterbuden dort niemanden mehr antraf. 

Wir standen, in der Sonne, ein kühles Lüftchen wehte und gerade als wir feststellten, dass dort eine wirkliche Totenstille herrscht (keine Vögel, kein raschelndes Laub, nichts), kam ein kleiner Wüstenfuchs angetrottet, der sich ohne Scheu fotografieren ließ und sogar die zugeworfenen Pflaumenstückchen fraß. Wir waren leise und vermieden heftige Bewegungen, da kam er bis auf 4 m heran. 
Copiapo (ca. 120.000 Einwohner) ist vergleichsweise aufgeräumt. Es gibt eine neu gebaute Einkaufspassage, mehrere Kaufhäuser, aber – wie so oft in Chile – keinen vernünftigen Spielzeugladen. Immer nur Barbiepuppen, Plüschtiere, Schrott. Offenbar geben die Chilenen für Spielzeug nicht sehr viel Geld aus. Lego ist uns noch gar nicht begegnet.

Das Heimatmuseum haben wir eigentlich nur aufgesucht, weil die Tourismusinfo geschlossen hatte und ein Verweis an diese Stelle angebracht war. Im Museum trafen wir zwar eine eher dürftige Ausstellung an, aber einen älteren, sehr redseligen Mitarbeiter. Der hat uns eine ausführliche Beschreibung des Passweges gegeben und auch wichtige Tipps für das Verhalten in der großen Höhe. Das war dann weit mehr, als unsere Reiseführer hergaben. Er wusste auch, dass die nächste Herberge auf argentinischer Seite erst nach 200 km ab der Grenze zu erreichen ist, so dass uns morgen 13 Stunden Wegezeit (für ca. 450 km) bevorstehen.
…vielleicht kriegen wir nach diesem Trip auch so ein schönes Denkmal, natürlich mit der Europafahne …
Der Pass kann auch mit normalem PKW gequert werden. Der sollte dann sicherlich nicht tiefergelegt sein. Etwa 5 km hinter Copiapo kann man sich an einer Polizeistation nach dem Zustand des Weges erkundigen (Erdrutsche, Regenschäden, Geröll usw.). Die letzte menschliche Station ist die chilenische Grenzpolizei in ca. 3.000 m Höhe. Die Region ist die dichteste Ansammlung von Hohen Gipfeln der Anden, viele Sechstausender, darunter der höchste, noch aktive Vulkan der Welt. Daneben erwarten uns mehrer Salzseen und einige gewöhnliche Gebirgsseen. Die wenigen Fotos, die wir sahen, versprechen viel.
Der Pass ist allerdings nicht so exotisch, wie wir dachten. Er wird gelegentlich auch von Bussen überquert und zunehmend auch von Chilenen mit PKW, die im billigen Nachbarland Urlaub machen wollen. Ein deutscher Radfahrer, hat die Überquerung im Alleingang versucht und ist dabei ums Leben gekommen.
Das Museum selbst ist der einstige Sitz einer reichen Familie. Es war übrigens die erste, die die Söhne nicht in Paris, sondern in Deutschland studieren ließ. Sie kamen als Bergbauingenieure und Freimaurer zurück und haben in der Stadt eine kleine Oppositionsbewegung gegen den übermächtigen katholischen Klerus begründet.
In Copiapo habe ich endlich eine Schneiderin gefunden, die in meine Hose Nr. 3 einen neuen Reißverschluss eingenäht hat. Dann war ich tanken, den heute morgen auf dem Baumarkt gekaufte Reservekanister füllen, und Großeinkauf machen.
Simon schläft heute ausnahmsweise schon mal vor 22.00 h. Es sollte für ihn eigentlich ein Entspannungstag werden, aber die Suche nach Spielzeugläden und nach der Tourismusinformation in der Nachmittagshitze haben ihn geschafft.
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