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San Francisco
Endlich wieder Kultur, Service, saubere Gehwege und für mich: Wegfall der Sprachbarriere.
Die Stadt glänzte im Sonnenlicht, als ich heute früh aus dem Hotelfenster auf die lärmende Straße sah. Claudia hatte ob des Lärmes schlecht geschlafen, obwohl wir nach der langen Flugzeit erst gegen 01.00 h im Bett waren. Sie hat dann gleich mal das Zimmer getauscht, jetzt blicken wir nur noch auf einen grauen Lichtschacht, wenn wir aus dem Fenster sehen.
Was haben wir heute (12.03.) gemacht: Wir sind mit einer historischen Straßenbahn gefahren, aus den 30iger Jahren, Linie F bis zum Pier 39, wo es eine kleine Vergnügungsmeile gibt und die Seelöwen zu besichtigen sind, die dort, mitten in der Stadt, leben.
Mit Simon habe ich ein U-Boot aus dem Jahre 1943 besichtigt, wir sind durch diverse Läden und Galerien gebummelt und natürlich mit der Cable-Car gefahren. Simon wollte unbedingt auf dem Trittbrett fahren. Das durfte er aber auch, dann wurde er jedoch so müde, dass Claudia ihn doch auf den Schoß nahm. Ein einfache Fahrt mit dem historischen Teil kostet übrigens 5 $. Wir haben uns jedoch gleich am Morgen ein Drei-Tages-Ticket für fast alle Verkehrsmittel gekauft, was nur 18 $ kostete.
Die Stadt hat die verrücktesten Geschäfte. So waren wir in einem Spezialgeschäft für Spionageartikel aller Art. Claudia war an einem Minimikrofon interessiert. Allerdings passte dies nicht an unser Aufnahmegerät… für den Adapter hätten wir relativ lange suchen müssen…
Besichtigen wollten wir auch eine riesige Schokoladenfabrik. Die hatte wegen Bauarbeiten leider den Besucherverkehr gesperrt. Als Entschädigung verteilten einige Mitarbeiter vor dem Eingang kostenlos Schokolade. Da hab ich mich doch glatt zweimal angestellt. Die Galerien in San Francisco – endlich gibt es wieder welche anzusehen – beeindrucken mit zahllosen Originalen der klassischen Moderne. Man kann hier z.B. Druckgrafiken und Aquarelle von Picasso, Dali, Kandinsky, aber auch Whistler und Renoir kaufen, als wären es Brötchen beim Bäcker. Daneben gibt es amerikanische Gegenwartskunst, die von wirklich malerischer Qualität bis zum Kitsch reicht. Das hängt oft alles friedlich nebeneinander.
Simon gefällt die Stadt auch sehr gut. Es gibt viel zu sehen. Er ist ohne zu murren wieder gute sechs Stunden mit uns marschiert. Am Abend waren wir dann noch in China-Town. Dort gibt es zahllose Läden mit asiatischen Waren aller Art, z.B. ein Geschäft voller Drachen. Daneben gibt es auch asiatische Gastronomie, was jedoch nichts besonderes ist, denn die halbe Gastronomie der Stadt scheint in asiatischer Hand zu sein. Das sieht man auch in zahlreichen Hotels. Die Chinesen sind massiv auf dem Vormarsch in dieser Stadt. Sie stellen inzwischen gemeinsam mit Farbigen das Personal der Cable-Car. Die Latinos arbeiten in der dritten Reihe – so ist das zumindest auch in unserem Hotel.
Preislich ist San Francisco billiger als Berlin – dem starken Euro sei Dank.
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